Auf dem Laufband oder draußen laufen? Was ist „besser“? Wo sind die Unterschiede?

Laufband oder draußen Joggen © Dudarev Mikhail - Fotolia Laufband oder draußen Joggen © Dudarev Mikhail - Fotolia

Wer sein Lauftraining flexibel gestalten mag und auch bei schlechtem Wetter trainieren möchte, der ergänzt sein Training meist mit einem Laufband. Doch worin liegen hier die Unterschiede und welches Training ist effektiver? Die folgende Gegenüberstellung klärt die wichtigsten Fragen in diesem Bereich.

Unterschiede im Laufuntergrund

Laufuntergrund © liping dong - Fotolia

Laufuntergrund © liping dong – Fotolia

Ein großer Unterschied besteht bei der Gegenüberstellung vom Lauftraining im Freien mit einem Laufband im Untergrund. Die Straße hält für den Läufer viele verschiedene Untergründe bereit. Angefangen bei einer harten Straße bis hin zu rutschigem Kiesweg, unebenen Waldböden und weichen Rasen, muss sich der Körper dementsprechend daran anpassen. Dies führt zu einer höheren koordinativen und muskulären Beanspruchung und zu einem höheren Kalorienverbrauch (wobei man durch die Vorgabe der Geschwindigkeit bei einem Laufband seinen Kalorienverbrauch auch stark nach oben kurbeln kann). Natürlich hat jeder Untergrund auch verschiedene Dämpfungseigenschaften, die berücksichtigt werden müssen. Schließlich sind Kieswege oder Straßen viel härter als ein Laufband. Hochwertige Laufbänder verfügen über eine optimale Dämpfung, so dass die Gelenke bestmöglich geschont werden.

Unterschiede bei der Lauftechnik

Beim Training auf dem Laufband werden die Muskeln durch den nicht vorhandenen Luftwiderstand, wie es beim Laufen im Freien der Fall ist, ganz anders beansprucht. Das wirkt sich auch auf die Lauftechnik aus. Die aktive Hüftstreckung und der Fußabdruck hinter unserem Körper sind nicht so stark ausgeprägt, als wenn der Körper gegen den Luftwiderstand an arbeiten muss. Das wirkt sich wiederum auf die Schrittlänge aus, die kürzer wird und auf den Oberkörper, der aufrechter bleibt. Aufgrund der möglichen Steigungseinstellung auf dem Laufband, werden die Muskeln in den Waden aber mehr beansprucht.

Brauche ich jeweils andere Laufschuhe?

Laufschuhe © Warren Goldswain - Fotolia

Laufschuhe © Warren Goldswain – Fotolia

Da Laufbänder schon von Haus aus mit einer guten Dämpfung ausgestattet sind, sollte man hier nicht zum klassischen Laufschuhe greifen, da die Dämpfung in der Regel zu stark ausgeprägt ist. Ideal sind hier sogenannte Lightweighttrainer mit einer geringen Sprengung. Genutzt werden können hier auch alte Laufschuhe, die nicht mehr eine allzu gute Dämmung aufweisen. Viele schwören auch darauf, strumpfsockig auf dem Laufband zu laufen, was natürlich nur dann möglich ist, wenn man auf seinem eigenen Laufband trainiert. Für das Training im Freien sollten es wiederum gut gedämpfte Laufschuhe sein, die mit den unterschiedlichen Anforderungen klar kommen. Für Laufanfänger empfiehlt sich eine Laufanalyse beim Fachhandel vor Ort, über die festgestellt wird, welche Lauftechnik vorhanden ist und welcher Schuhe dem am besten gerecht wird.

Unterschiede durch den Luftwiderstand

Eine große Unterschied besteht auch beim Luftwiderstand, denn dieser fällt beim Laufbandtraining natürlich komplett weg. Beim Lauftraining im Freien wird dieser größer, je schneller man läuft. Studien können bestätigen, dass bei einer Laufgeschwindigkeit im Freien von 8 km/h der Energieverbrauch um 5 Prozent und bei 14 km/h um 10 Prozent erhöht ist. Einen ähnlichen Effekt erzielt man auf einem Laufband bei einer 1 prozentigen Steigung. Eine Laufgeschwindigkeit von 15 km/h ist mit einer Steigung von 2 Prozent gleichzusetzen.

Unterschiede im Kalorienverbrauch

Kalorienverbrauch © vadymvdrobot - Fotolia

Kalorienverbrauch © vadymvdrobot – Fotolia

Der Kalorienverbrauch ist beim Lauftraining im Freien viel höher als auf dem Laufband. Das liegt zum einen am Luftwiderstand und an weiteren äußeren Reizen in Form von Kälte, Luftfeuchtigkeit und Wärme. Durch angepasstes Training in Form von höherer Intensität oder längeren Einheiten, kann der Kalorienverbrauch auf dem Laufband aber dementsprechend angepasst werden.

Wahrscheinlichkeit der Einhaltung des Trainingsplans

Wenn zusätzlich zum klassischen Lauftraining im Freien noch die Möglichkeit besteht ein Laufband zu nutzen hat das viele Vorteile. So kann der Trainingsplan nämlich auch bei schlechtem Wetter eingehalten werden, da so einfach das Training auf dem Laufband fortgeführt werden kann.

Pro und Contra Laufbandtraining

Pro

  • Training unabhängig von den Witterungsverhältnissen durchführbar
  • Die Verletzungsgefahr ist niedriger
  • Flexible Gestaltungsmöglichkeiten beim Training, wenn Steigung variiert werden kann
  • kontrollierte und konstante Einhaltung der Geschwindigkeit

Contra

  • hohe Anschaffungskosten
  • erhöhter Platzbedarf
  • Monotonie beim Training
  • Wohnzimmer- oder Studiolicht regt nicht die Vitamin-D Produktion an und andere Wohlfühl-Hormone
  • anderes Abroll- und Abdruckverhalten

Pro und Contra Lauftraining im Freien

Pro

  • Natur genießen
  • keine hohen Anschaffungskosten, hochwertige Laufschuhe und Funktionswäsche sind ausreichend
  • abwechslungsreiche Belastung, Muskulatur und Koordination werden nicht nur einseitig trainiert
  • man kann bei Bedarf sein Training in Laufgruppen absolviere

Contra

  • erhöhte Verletzungsgefahr
  • Training abhängig von den Witterungsverhältnissen (Regen, Schnee, Kälte, Hitze)

Wer sich eine neues Laufband anschaffen möchte, hat inzwischen bei den vielen Modellen, die Qual der Wahl. Um die Suche nach einem passenden Gerät zu erleichtern ist das Test- und Vergleichsportal unter https://www.vergleich.org/laufband/ zu empfehlen. Dort findet Ihr aktuelle Tests und Vergleiche zu beliebten und hochwertigen Laufbändern und weitere wichtige Informationen.

Auf dem Laufband oder draußen laufen? Was ist „besser“? Wo sind die Unterschiede?
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6 Kommentare zu Auf dem Laufband oder draußen laufen? Was ist „besser“? Wo sind die Unterschiede?

  1. Sicherlich bietet das eigene Laufband wie jedes andere Produkt Vor- und Nachteile. Ich denke jeder muss diese selbst für sich abwiegen und dann entscheiden, ob ihm der hohe Preis die Anschaffung wert ist.
    Die Kombination aus draußen laufen und auf dem Laufband laufen ist meiner Meinung nach das beste. So kann man bei schlechtem oder zu warmen Wetter auf dem Laufband laufen und sonst draußen.
    Das Laufband bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten. So kann man z.B. ein Hügeltraining simulieren wenn man keine hügelige Strecke vor der Tür hat.

  2. Ich finde man kann auch erwähnen dass man bei (so gut wie) allen Witterungsverhältnissen draußen laufen kann. Man braucht halt entsprechende Funktionskleidung und sollte sich ein wenig mit der Natur auseinandersetzen können. Wenn’s draußen nur ein bisschen nieselt verstecken sich alle gleich unter den Dächern – Kein Wunder werden wir ständig krank. Traut euch mal mehr zu, wir kommen mit der Natur bestens klar wenn wir mit ihr richtig arbeiten.
    Ich laufe zu jeden Wetter und das funktioniert bestens – man fühlt sich danach auch echt wie ein Bergsteiger. Das motiviert einfach. Ich will das Laufbandtraining nicht schlechtreden aber ich finde das passiert die ganze Zeit mit dem Training im Freien.

    LG an alle begeisterten Läufer

  3. Für mich ist das Contra-Argument „erhöhte Verletzungsgefahr“ völliger Quatsch. Ich meine, ganz ehrlich?! An das Laufen auf dem Laufband muss man sich ja auch erst mal gewöhnen, also daran, dass ja der Boden in Bewegung ist, da kann man ja genauso gut mal auf dem Boden liegen. Und überhaupt, wie oft passiert es schon, dass man hinfällt?! Nee, also das finde ich albern. Ansonsten fand ich den Artikel aber interessant.

  4. Ich glaube aber auch einfach, dass jemand, der wirklich gerne laufen geht, sich eben auch bei schlechtem Wetter nicht wirklich davon abschrecken lässt, und somit Laufbänder ohnehin nicht bevorzugt. Laufbänder werden so gehypt, dabei ist alles, was man braucht, vor der Tür.

  5. Ich bevorzuge als Ergänzung zum Laufen im Freien den Crosstrainer. Der Bewegungsablauf ist zur Abwechslung mal anders und der Platzbedarf geringer.
    Ausserdem kann man das Training fortführen, wenn die Kniegelenke mal Probleme machen.

  6. Thomas Herbrig // 17. Oktober 2016 um 13:27 // Antworten

    Für mich ist schlechtes Wetter wenn es ums Laufen geht der Sommer mit >30°C. Sobald es kühler wird und es auch mal regnet, rede ich von gutem Laufwetter. Lieber Regen als 35°C in der Sonne. Aber dies kann man natürlich wunderbar umgehen indem man am Abend läuft. Ich überlege mir ein Laufband zuzulegen wegen der Dunkelheit. Ich laufe nicht gerne im Dunkeln. Das ist gefährlich. Nur deshalb ein Laufband.

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