Skurriles Doping bei den Paralympics – Boosting!?

Boosting © Karen Roach - Fotolia.com

Die Paralympics begeistern seit Tagen die Massen. Und doch fragt man sich unweigerlich, ob diese Spiele auch wirklich fair ablaufen. Denn im Vergleich zu den Olympischen Spielen, wo man regelmäßig mit Dopingvorwürfen konfrontiert wird, scheinen die Paralympics gänzlich ohne diese unschöne Seite des Sports auszukommen. Doch stimmt das wirklich? Oder bedient man sich hier anderer Dopingmöglichkeiten, die so skurril sind, dass man sie in der Art nicht vermuten würde?

Das unbekannte und unschöne Doping heißt hier Boosting

Was bei gesunden Sportlern die verbotenen Medikamente und Fitmacher sind, ist bei den behinderten Sportlern das Boosting. Was auf den ersten Blick vielleicht harmlos klingt, hat es in Wirklichkeit mächtig in sich. Denn beim Boosting werden Gliedmaßen oder auch der Hoden bei Männern mit Absicht mittels Stromschockern verletzt oder einfach gebrochen. Die daraus resultierenden Schmerzen sollen den Blutdruck steigern und damit wohl auch die Leistungen. Was unter normalen Bedingungen kaum vorstellbar ist, soll im Behindertensport bereits seit mehr als 20 Jahren einen festen Platz gefunden haben.

Boosting ist kaum nachzuweisen

Das schlimme an der Sache: Boosting kann nur sehr schwer nachgewiesen werden. Da hier keine verbotenen Substanzen eingenommen werden, sondern „lediglich“ dem Körper Schmerzen zugefügt, kann diese Art von Doping nur bedingt nachgewiesen werden. Zudem ist ein erhöhter Blutdruck nur dann als Doping verdächtig, wenn er bei anderen Kontrollen immer deutlich niedriger und somit unauffälliger war. Allein aus diesem Grund scheint diese Methode so beliebt unter den Sportlern mit einer körperlichen Behinderung zu sein.

Rund 17% haben Boosting bereits ausprobiert

Glaubt man aktuellen Umfragen, so geben etwa 17% der Sportler offen und ehrlich zu, sich bereits einmal in dieser skurrilen Art des Dopings ausprobiert zu haben. Man kann jedoch ausgehen, dass die Dunkelziffer deutlich höher angesiedelt ist und die Schmerzzuführung nicht bei eingeklemmten Hoden und gequetschten Zehen aufhört. Vielmehr greift man auch gerne zum Katheder, um die Blase zu füllen oder zu einem Elektroschocker, um mit Hilfe von Stromschlägen die Leistung zu steigern.

Die Folgen sind verheerend

Das dabei die Gesundheit und sogar das eigene Leben aufs Spiel gesetzt wird, scheint die wenigsten Sportler zu tangieren. Der kurzzeitige Ruhm und Erfolg scheint in diesem Fall wichtiger zu sein. Das jedoch ist sehr schade. Denn Sportmediziner gehen davon aus, dass ein erhöhter Blutdruck zu einem Herzinfarkt führen kann. Und ob dieses Risiko wirklich eingegangen werden sollte, sei einmal dahingestellt.

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