Doping in Russland – ARD Bericht mit viel Eis unter der Wasseroberfläche

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Am 3.12. strahlte die ARD um 18.50 eine Reportage unter den Titel „Geheimsache Doping“ aus. Erzählt wird, wie Russland mittels flächendeckenden Dopings seine sportlichen Sieger macht. Dazu werden Dokumente gezeigt und russische Sportler interviewt, um zu beweisen, dass die Anwendung verbotener Mittel und die Vertuschung von positiven Dopingkontrollen, Systemfaktoren im russischen Sport sind. So weit, so gut, das ist die eine Seite.
Die andere ist die Frage, ob das tatsächlich alles war, was man zeigen wollte.
Oder war der Bericht nur Mittel zum Zweck, ein Lehrstück subtiler Propaganda?
Fahren wir den Zoom mal hoch und machen den Blick etwas breiter.

Die Dopingreportage – Um was ging es im Bericht

Zunächst keine Frage, im russischen Sport wird gedopt. Der Bericht zeigt wie. Konkrete Beispiele werden nachvollziehbar belegt. Doping, Vertuschung, inklusive Bestechung für Ergebnismanipulationen von positiven Dopingproben, alles dabei. Der russische Medaillenregen zur Olympiade in Sotschi, im Kern ein Wunder der Chemie.
Und nun sind wir alle überrascht? Hätten wir nie gedacht?
Klar, so wie wir lange geglaubt haben, das die Radler der Tour de France früh nur ihr Müsli essen, um dann mit Schwung die Alpen nieder zu radeln. Oder wie wir sicher waren, das die chinesischen Schwimmelfen dank Tai Chi und nichts anderes, bei den Olympischen Spielen im eigenen Land Medaillen scheffelten.

Was ist also überraschend neu? Nichts!
Warum jetzt der Bericht zu der Sendezeit in der ARD, Olympiade Sotschi ist schon eine Weile her?

Programmbeirat der ARD macht Front – Tendenziöse Berichterstattung zum Ukrainekonflikt

Wie gesagt, wir haben das Thema aufgezoomt. Und da gibt es einen wichtigen Punkt.
Auf Grund vieler Beschwerden der unfreiwilligen GEZ-Zahler zur schrägen Berichterstattung der ARD bezüglich Russland und Ukrainekonflikt, hatte der Programmbeirat reagiert. Nach Prüfung von vierzig Sendungen wurde der ARD im Juni bescheinigt, die Berichte sind zu Ungunsten Russlands „fragmentarisch“, „tendenziös“, „mangelhaft“ und „einseitig“. Die Wertung hat ranghohe Verfechter dieses Propagandafeldzugs zur Wahrung westlicher Werte, wie Intendant Tom Buhrow oder Fernsehdirektor Jörg Schönenborn, sehr erbost. Alles falsch!
Aber vielleicht kann man jetzt nicht mehr so dick einseitig auftragen?
Von hinten durch die Brust ins Auge, um Meinungen zu formen, Grundstimmungen zu einem Land feinzujustieren, das sollte aber schon noch gehen.

Beste Sendezeit für Dopingaufklärung – Russlandschwinger Made by WDR

Und so geht es.
Die ARD platziert zu einer völlig ungewöhnlichen, vorzüglichen Sendezeit, einen Bericht über böse Dopingrussen. Normalerweise läuft um die Zeit beste Krimiunterhaltung der ARD, „Heiter bis tödlich“, ein absoluter Quotenbringer. Reportagen werden sonst regelmäßig in den späten Abend gelegt, vor 22 Uhr schlagen die nicht auf.
Und wer hat diesen Schachzug gemacht und viel Publikum zur falschen Sendezeit mit dem WDR Beitrag überrumpelt? Keine Ahnung.
Andere Frage, wo sitzen Buhrow und Schönenborn?
Richtig, beim WDR, ach so …

Fazit

Doping ist zweifelsohne ein sehr großes Problem im Sport.
Berichte und Recherchen die Front gegen diesen weltweiten Betrug machen, sind wichtig und haben ihren berechtigten Platz in den Medien.
Wenn Dopingberichte aber als trojanisches Pferd daherkommen, als subtile Propaganda in anderer Sache, dann steht nicht Doping am Pranger, sondern die ARD mit ihren Tricksern, den Kreuzrittern der Atlantikbrücke.
Das wird sich so schnell nicht ändern, es reicht aber erst mal, die Tricks der Trickser zu durchschauen.
Wir müssen ja nicht freiwillig so dumm sein, wie man uns braucht.

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